Rudolfplatz: Die Umbauten haben bereits begonnen!

von Sanela Hodovic

von Sanela Hodovic

Der Rudolfplatz wird durch den Abriss des Theaters und einem künftigen Anbau am historischen Denkmal, der Hahnentorburg, wesentlich verändert. Der Abbruch des Theaters am Rudolfplatz hat zufolge, dass auch die bislang als Bindeglied agierende Brücke entfernt wird. Es soll insgesamt Platz für ein neues modernes Bürogebäude geschaffen werden, um das Kölner Stadtbild aufzuwerten.

Zeit für Veränderungen

Seit der Nacht von Sonntag auf Montagmorgen (03.07.2017) haben die Abbrucharbeiten an der Brücke zwischen der Hahnentorburg und dem Nachbarareal (Theater am Rudolfplatz) begonnen. Das benachbarte Gebäude, welches durch die Brücke mit dem Hahnentor verbunden ist, soll durch einen Neubau ersetzt und der Rudolfplatz somit aufgewertet werden. Das Hahnentor selbst erhält einen modernen Anbau.

Die Immobiliengesellschaft Momeni plant am Rudolfplatz, nach dem Entwurf des Londoner Architekturbüros Caruso St John, die Umsetzung der „Wallarkarden“. Dazu investieren sie 120 Millionen Euro. Es soll auf 8 Etagen, ein ca. 140. 000 m² großer, moderner Bürokomplex mit Gastronomie- und Handelsflächen entstehen.

Ein Ideenwettbewerb entscheidet über das künftige Stadtbild am Rudolfplatz

In einem Architektenwettbewerb, welcher vom Traditionskorps geplant wurde, konnten Vorschläge für das zukünftige Erscheinungsbild der Hahnentorbug und Umgebung eingesendet werden. Eine einstimmige Entscheidung für den Gewinnerentwurf wurde bereits im Frühjahr getroffen. Der Siegerentwurf stammt dabei aus dem Architekturbüro „Kister Scheithauser Gross“. Die Entwürfe vermitteln eine Vorstellung davon, wie der neue Anbau als Eingangsbereich der Torburg aussehen wird. Als Zusatz soll ein großer moderner, unterirdischer Festsaal entstehen. Die Fertigstellung des Umbaus ist im Jahr 2020 geplant.

Bildnachweis/Visualisierung: kister scheithauer gross architekten und stadtplaner GmbH

Die Ehrengarde muss ihren Sitz verlassen

Die Ehrengarde hat die Hahnentorbug seit 1880 als Vereinsquartier genutzt. Die Brücke der Torburg diente bislang als Veranstaltungsraum. Nach der Umgestaltung kann diese den Zweck nicht mehr erfüllen. Demnach hält sich die Euphorie der Ehrengarde über die Umbauten in Grenzen. Während der Bauarbeiten finden sie bei der Prinzen-Garde eine Zwischenunterkunft. Ob der ursprüngliche Vereinsstandort am Rudolfplatz wieder aufgenommen werden kann, ist bislang nicht klar, da der für sie wichtige Veranstaltungsraum (300 m²) wegfällt.
Dem Kölner Stadtanzeiger erklärt Hans-Georg Haumann (neuer Präsident der Ehrengarde), „Das Hahnentor soll ein lebendiges und für alle Kölner zugängliches Denkmal bleiben. Aber wir brauchen dort für unser Vereinsleben auch künftig einen Versammlungsraum“. Der Vorschlag, zukünftig den ca. 8 Meter unter der Erde liegenden, unterirdischen Festsaal inkl. Bar (150 m²) im neuen Anbau zu mieten, wurde aus finanziellen Gründen abgelehnt. Bevorzugt wird die Idee eines externen Anbaus auf der östlichen Seite, Richtung Neumarkt.

© EhrenGarde der Stadt Köln 1902 e.V., Hilmar Wisplinghoff

Geschichte der Hahnentorburg

Zu einem der noch gut erhaltenen historischen Denkmälern in Köln, zählt die unter Denkmalschutz stehende Hahnentorburg. Sie ist eine der wenigen Torburgen der ehemaligen Stadtmauer, welche noch erhalten ist. Ursprünglich gab es in der 7,5 Kilometer langen Stadtmauer 12 Torburgen. Neben der Hahnentorbug sind bis heute zusätzlich folgende Torburgen erhalten: die Eigelsteintorbug, die Severinstorbug, der Bayernturm und die Ulrepforte. Am Karthäuserwall, der Bottmühle und dem Gereonswall finden sich außerdem noch drei Mauerabschnitte. Genutzt werden einige Denkmäler von Karnevalsgesellschaften. Weitere dienen als Bürgerzentren oder funktionieren als Museen.

Die Hahnentorburg wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts fertiggestellt. Im Mittelalter wurde das Tor nach einer Krönungszeremonie in Aachen, von den Königen genutzt, um über die Aachener Straße zum Dreikönigenschrein im Kölner Dom zu gelangen. Ab dem Jahr 1890 wurde das Tor in der ursprünglichen Bauweise vom Stadtbaumeister Josef Stübben restauriert.

Zurück