Kölner Einwohnerzahlen 2019

von Jana Wehmeyer

von Jana Wehmeyer

Die aktuellsten Zahlen (Stichtag 31.12.2019) machen es deutlich: Die Kölner Bevölkerungszahl steigt weiter an. Auch in diesem Jahr konnte mit 1.091.819 Einwohnern ein Plus der Bevölkerung von 0,2 Prozent verzeichnet werden. Damit wird der Wachstumstrend aus den vorangegangenen Jahren zwar schwächer, aber kontinuierlich fortgesetzt.

 

Beeinflusst wird dieses Bevölkerungsplus durch die Zu- und Wegzüge wohnberechtigter Personen, sowie den Geburten und Sterbefällen in der Stadt.

Im Jahr 2019 haben sich 57.007 Personen dazu entschieden, ihre Heimat in die Domstadt zu verlegen. Dem gegenüber stehen 56.793 Einwohner, die aus der Stadt fortzogen. Folgend ergibt sich hieraus ein Saldo von 214 – ein Wanderungsgewinn, wie Experten es nennen. Daneben erblickten im vergangenen Jahr 11.338 Kölner Kinder das Licht der Welt. Gegenüber 9.789 verzeichneten Sterbefällen ergibt das ebenfalls einen Überschuss, welcher sich mit einem Saldo von 1.549 Personen zu Gunsten der Wachstumsquote auswirkt.

Unter den Einwohnern Kölns ergeben sich jedoch auch Entwicklungen, welche sich nicht direkt im Bevölkerungswachstum der Stadt widerspiegeln, für das Gesamtbild der Stadt aber ebenfalls von Bedeutung sind: Umzüge innerhalb der Stadt bleiben weiterhin im Abwärtstrend und sind im Jahr 2019 auf 65.000 gesunken. Im vorherigen Jahr waren es noch 68.000.

Während fast jeder fünfte Außenzuzug in den Stadtbezirk Innenstadt geht, kann man bei den Umzügen innerhalb der Stadtmauern beobachten, dass diese hauptsächlich in Richtung der Wohnmarktregionen in den äußeren Teilen Kölns gehen. Viele Einwohner, allein 8.000 Menschen im familienrelevanten Alter, sind im vergangenen Jahr noch einen Schritt weiter gegangen und haben Köln verlassen, um sich in benachbarten Regionen anzusiedeln.

Bei einer Entwicklung wie dieser ist es nicht verwunderlich, dass die Kölner Innenstadt besonders für neuzuziehende Menschen im Alter von 18 bis unter 30 Jahren interessant ist. Deutlichen Einfluss hierauf hat die Universität Köln, sowie zahlreiche weitere Weiterbildungsmöglichkeiten. Folglich konnte im vergangenen Jahr ein Wanderungsplus dieser Personengruppe von 9.500 Personen erreicht werden. Im direkten Gegenzug hierzu steht jedoch eine steigende Abwanderung aus demselben Bezirk derjenigen, die im familienrelevanten Alter sind, also der unter 18- und zwischen 30- und 45-Jährigen. Im Jahr 2019 ergab sich in bei diesen Jahrgängen ein negatives Wanderungssaldo von 6.344.

Die erfassten Zahlen spiegeln den Kölner Wohnungsmarkt und dessen angespannte Situation recht gut wider. An den steigenden Abwanderungszahlen vieler Familien wird ersichtlich, dass sich das mögliche Zielgebiet für diese immer weiter in die umliegenden Wohnmarktregionen ausdehnt. Unter anderem könnten hierfür die immer weiter steigenden Mietpreise ein Grund sein.

Wohnungen, die sich – gerade in Lagen, wie Lindenthal oder Nippes bisher gut für Familien anboten, bieten Platz für Wohngemeinschaften, die von den zuziehenden Studenten als Lösung – vor allem in finanzieller Hinsicht - dienen. Jedoch wird sich auch hier der Trend fortsetzen: Sobald mit der persönlichen Entwicklung das Bedürfnis nach mehr Raum wächst, werden Kölns Innenstadtlagen und Veedel nur noch für die Wenigsten finanziell umsetzbar sein.

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