Aus Alt mach Neu!

von Jana Wehmeyer

von Jana Wehmeyer

Aus mehreren alten und brachliegenden Industrieflächen an diversen Standorten in Köln wird derzeit immenses Entwicklungspotential geschöpft. „Aus Alt mach Neu“ – dachten sich zahlreiche Projektentwicklungsgesellschaften und greifen damit eine Möglichkeit auf, mit neuen Stadtquartieren der aktuellen Wohnungs- und Gewerbeflächendürre entgegenzuwirken.

Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Bauprojekte vor:

Parkstadt Süd:

Auf einem Planungsgebiet von ca. 115 Hektar soll in den nächsten Jahren ein neues Viertel entstehen. Auf dem einst hauptsächlich industriell genutzten Areal, welches u. a. die ehemalige Dombrauerei und der Güterbahnhof Bonntor einnahmen, entstehen rund um eine ca. 26 Hektar große Grünanlage 3.000 bis 4.000 Wohnungen und 4.000 bis 5.000 neue Arbeitsplätze. Das Nutzungs- und Freiraumkonzept wurde nach heutigen Erwartungen zu Wohnraumförderung, Arbeits- und Gemeinschaftsatmosphäre, Schaffung ausgewogener Nutzungsmischung und quartierverträglicher Organisation ausgerichtet. Da das Gelände noch nicht frei ist, dauert es noch etwas bis die Bagger rollen. Dazu gehört auch die Umsiedlung des Kölner Großmarktes im Jahr 2023 nach Marsdorf.

Mülheimer Süden:

Auch auf der anderen Rheinseite tut sich was. Dort wird bereits zur Tat geschritten: Nordöstlich des Mülheimer Hafens liegt der ehemalige Hauptsitz der Klöckner-Humboldt-Deutz AG. Der Hersteller von Motoren und Industrieanlagen ist hier nach wie vor teilweise aktiv, dennoch verliert die Fläche zunehmend an Bedeutung.

Aufgrund der zentralen und stadtentwicklungspolitisch sehr interessanten Lage soll die Fläche zu einem durchgrünten, vielfältigen und lebendigen Stadtquartier umgestaltet werden. Dabei wird besonders der historische Bestand, welcher teilweise Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert umfasst, berücksichtigt und in die Planungen eingebunden. Der Großteil des Geländes soll ein urbanes Wohnquartier mit ca. 10.000 Wohnungen darstellen.

Das Quartier wird von mehreren Eigentümern ausgebaut. Im südlichen Teil etwa sollen das Cologneo I und II ausgebaut werden. Im Cologneo I wird von geplanten 60.000 qm die Hälfte im Altbau entstehen – hier finden sich künftig ein Hostel, Gastronomie, Co-Working-Spaces und 484 Wohnungen. Die Fertigstellung des Teil-Quartiers erfolgt voraussichtlich im Jahr 2021.

Im Cologneo II ist neben Wohnraum-, Büro- und Gewerbeflächen ein Hochhaus mit 24 Geschossen geplant. Dieses Teil-Quartier befindet sich jedoch noch im Bebauungsplanverfahren, welches 2020 abgeschlossen sein könnte.

Deutzer Hafen:

Rechtsrheinisch und in Sichtweite des Doms soll in fünf bis acht Jahren ein weiteres Stadtquartier entstehen. Der Deutzer Hafen wird nicht mehr genutzt und bietet auf einer Fläche von 37 Hektar eine Grundlage um ein lebendiges und urbanes Stadtviertel entstehen zu lassen. Der Entwurf eines Kopenhagener Architekturbüros beinhaltet neben Gewerbeflächen auch Wohnungen für ca. 7.000 Menschen, wovon ein Drittel dem öffentlich geförderten Wohnraum zugesprochen werden soll. Weiter soll das Deutzer Hafenbecken öffentlich werden und der industrielle Charme des Geländes erhalten bleiben, indem beispielsweise der alte Löschkran und die Kranbahnen in das Projekt integriert werden.

In Köln herrscht derzeit ein erhöhter Bedarf an Wohn- und Geschäftsraum – Tendenz steigend! Der aktuelle Gesamtbedarf an Wohnungen bis Ende 2029 liegt derzeit bei 66.000. Hiergegen wird mit den genannten Projekten, welche sich auch besonders auf die Entwicklung von Wohnungen und öffentlich geförderten Wohnraum konzentrieren nun angegangen.

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